Tag des offenen Denkmals 2025 in Gransee

Tag des offenen Denkmals 2025

Der „Tag des offenen Denkmals“ wird seit 1993 bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltet und koordiniert. Die Auflage 2025 stand unter dem Motto: Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich? In der ganzen Bundesrepublik  öffnen am „Tag des offenen Denkmals“ bau-, gesellschafts- und kulturgeschichtlich wichtige Orte, die sonst nicht immer zugänglich sind. In Gransee im Landkreis Oberhavel wurde die Baustelle des Denkmalensembles „Kloster / Alte Schule“ am „Tag des offenen Denkmals“ für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Tag des offenen Denkmals 2025 in Gransee
Tag des offenen Denkmals 2025 in Gransee

Der „Tag des offenen Denkmals“ ist der deutsche Beitrag zu den „European Heritage Days“ und schafft große Aufmerksamkeit für die Denkmalpflege. Rund 150 Interessierte aus Gransee, der Region und von weiter her nutzten am Sonntag, 14. September 2025, die Gelegenheit, die Alte Schule und den Klausurflügel des Franziskanerklosters Gransee zu besichtigen und sich über das Projekt und den Stand der Bauarbeiten zu informieren. Die Stadt Gransee entwickelt das bauhistorisch bedeutsame Ensemble zum „Ort für Kultur und Bildung“. Mit einer dauerhaften Ausstellung soll die einmalige Bau- und Nutzungsgeschichte dieses wertvollen Zeugnisses der brandenburgischen Kultur- und Baugeschichte an Einheimische und Besucher sowie künftige Generationen vermittelt werden. In die Alte Schule werden das Stadtarchiv und die Bibliothek einziehen. Außerdem entstehen Räume für bürgerschaftliche Aktivitäten und das Vereinsleben der Stadt.

Klöster in Brandenburg

Im mittelalterlichen Brandenburg spielten die Klöster eine wichtige Rolle für die Stadtentwicklung. Der Franziskaner Orden breitete sich im 13. Jahrhundert von Süddeutschland bis an die Ostsee aus. Der Orden des heiligen Franz von Assisi siedelte sich wie andere Orden in der Regel in den aufstrebenden Städten an, häufig und so auch in Gransee, am Rande der Stadt. Die Franziskaner waren wegen ihres strengen Armutsgelübdes und ihrem Bestreben, in der Nachfolge Jesu zu leben, sowohl bei Bürgern als auch bei Bischöfen anerkannt.

Das Franziskanerkloster in Gransee existierte seit dem 13. Jahrhundert. Die nicht erhaltene Klosterkirche, deren Kirchenfenster sich im Südgiebel des Klausurflügels abbilden, ist auf das Baujahr 1280 datiert. Nachdem das Kloster im Jahre 1541 säkularisiert worden war, wurde es 1561 vom Kurfürsten an die Stadt verkauft. Durch Brände in den Jahren 1604, 1606 und 1621 wiederholt heimgesucht, wurde es nach dem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1711 zum größten Teil abgetragen, um Baumaterial für den Wiederaufbau der Stadt zu gewinnen.

Der Tag des offenen Denkmals in Gransee

Die Atmosphäre am „Tag des offenen Denkmals“ in Granseee war geprägt von Neugier, Begeisterung und lebendigem Austausch. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von den Plänen, das ehemalige Kloster als kulturelles Zentrum zu etablieren. Die Vision, den geschichtsträchtigen Ort mit Konzerten, Ausstellungen, Vorträgen und Bildungsangeboten neu zu beleben, stieß auf breite Zustimmung. Zahlreiche Gäste betonten, wie wichtig es sei, das Kloster nicht nur als Denkmal, sondern als aktiven Begegnungsraum für alle Generationen zu gestalten.

Ein besonderes Highlight waren die Führungen durch das historische Gebäude. Dabei standen die Architekten vom verantwortlichen Büro Chestnutt Niess, der Restaurator Jochen Hochsieder und der Bauforscher Dirk Schumann sowie die Projektverantwortliche im Fachbereich Bauen und Liegenschaften Carmen Tasch den Besucherinnen und Besuchern Rede und Antwort. Fachkundig erklärten sie die Besonderheiten der Bausubstanz, gaben Einblicke in die bisherigen Restaurierungsarbeiten und zeigten auf, welche Herausforderungen noch vor dem Projektteam liegen. Das direkte Gespräch mit den Experten verlieh dem Tag eine besondere Tiefe und machte deutlich, mit welchem Engagement und welcher Fachkenntnis an der Zukunft des Klosters gearbeitet wird.

Dass das Kloster Gransee ein großes Potenzial hat, wurde an diesem Tag mehr als deutlich: Die Resonanz war durchgehend positiv und so wurde der Tag des offenen Denkmals nicht nur zu einem Fest für Geschichtsliebhaber, sondern auch zu einem wichtigen Signal für die Zukunft des Klosters – als lebendiger Ort für Kultur und Bildung in Gransee.

Unterstützung durch die Städtebauförderung

Die erheblichen Investitionskosten des ambitionierten Projektes werden anteilig aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ der Städtebauförderung und mit Haushaltsmitteln der Stadt Gransee finanziert.  Die BSG unterstützt das Amt Gransee und Gemeinden bei der Durchführung der städtebaulichen Gesamtmaßnahme im Sanierungsgebiet „Altstadt“ Gransee. Wir freuen uns über die überaus positive Resonanz für das Projekt am „Tag des offenen Denkmals“ und auf die weitere Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.