Tag der Städtebauförderung 2026 in Starusberg (Foto: Prinz Media Concept)

Tag der Städtebauförderung 9. Mai 2026

Seit nunmehr 11 Jahren wird in der Bundesrepublik jeweils im Mai der Tag der Städtebauförderung begangen. Dieser Tag verfolgt das Anliegen, den Bürgern und der Politik die Erfolge und Möglichkeiten dieses wichtigen Förderprogramms nahe zu bringen. Bundesweit wird der Tag der Städtebauförderung in diesem Jahr in 600 Kommunen gefeiert.

Die drei Städtebauförderungsprogramme „Lebendige Zentren“, „Sozialer Zusammenhalt“ und „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ spielen heute in der Bundesrepublik genauso wie in den von der BSG betreuten Kommunen eine entscheidende Rolle in der Stadtentwicklung. In den kommenden Jahren bis 2029 werden sich die bereitgestellten Städtebauförderungsmittel gegenüber dem Jahr 2025 sogar verdoppeln!

Stadterneuerung in Strausberg

In Strausberg startete die Städtebauförderung bereits im Jahr 1991, also vor 35 Jahren. Allein im Programm „Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen“ kamen in der Altstadt 19,8 Mio EUR Städtebauförderungsmittel zum Einsatz. Viele öffentliche Bauvorhaben, darunter das denkmalgeschützte Stadthaus, der Marktplatz, die Große Straße oder die Verbindung zwischen der Altstadt und dem S-Bahnhof Strausberg Stadt wurden durch die Kommune aufgewertet. In über einhundert Einzelvorhaben kamen private Grundstückseigentümer in den Genuss der Fördermittel.

2016 wurde die Strausberger Innenstadt in das neue Programm „Aktive Zentren“ aufgenommen. Gemeinsam mit dem 2020 einsetzenden Nachfolgeprogramm „Lebendige Zentren“ wurden der Stadt Strausberg für die Gebietskulisse „Aktive Stadtzentrum Strausberg“ über dieses Programm inzwischen 10,7 Mio EUR für Vorhaben im Stadtzentrum bereitgestellt.

Plakat zum Tag der Städtebauförderung 2026 in Strausberg
Plakat zum Tag der Städtebauförderung 2026 in Strausberg
Tag der Städtebauförderung in Strausberg

Anlässlich des Tages der Städtebauförderung luden die Stadt Strausberg und der Sanierungsträger nunmehr bereits zum dritten Mal die interessierten Bürger in den Kulturpark ein. 2021 wurden auf der damaligen Bühne die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs zum Kulturpark präsentiert. 2024 konnten sich die Interessierten an verschiedenen Stationen im Kulturpark ein Bild vom Stand der Planung machen. Anlässlich des Tages der Städtebauförderung am 9. Mai 2026 konnten die Bürger nun den ersten Bauabschnitt der Neugestaltung des Kulturparks in Besitz nehmen.

Ganz früher bauten an dieser Stelle die Mönche aus dem Dominikanerkloster ihr Gemüse an. In späteren Jahrhunderten diente die feuchte Niederung wohl eher als Viehweide. Erst um 1960 wurde die altstadtnahe Grünfläche im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks (NAW) durch Bürgerengagement zu einem Kulturpark aufgewertet. Unterdessen waren die Anlagen im Kulturpark in die Jahre gekommen. Daher war die Aufwertung der Fläche im Integrierten Entwicklungskonzept „Aktives Stadtzentrum Strausberg“ als ein wichtiges Ziel benannt.

Mit der Aufnahme der Stadt Strausberg in das Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ stehen nun auch die finanziellen Mittel für die grundhafte Neugestaltung des Kulturparks bereit. Einschließlich der Ufersicherung zum Straussee und des Neubaus eines Service- und Funktionsgebäudes erwartet die Stadt Gesamtkosten von 11,5 Mio EUR! Das Vorhaben wird überwiegend aus Städtebauförderungsmitteln, zu denen die Stadt ein Drittel beitragen muss, sowie aus 2,5 Mio EUR EU-Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bezuschusst.

Spielplatz im Kulturpark Strausberg
Spielplatz im Kulturpark Strausberg

Die Planung für den Kulturpark stammt vom Wettbewerbssieger von 2021, dem Planungsbüro Franz Reschke Landschaftsarchitekten Berlin. Im 1. Bauabschnitt sind ein neuer Spielplatz, ein Volleyballfeld, naturnahe Hochbeete und Sitzgelegenheiten entstanden. Kernstück ist der 370 qm große Kinderspielbereich, den die Planer unter das Motto „Ein Tag am Strand“ gestellt haben. Darauf verweisen u.a. die Luftmatratzen und Schwimmringe. Ergänzt werden die Spielflächen von einem Beachvolleyballfeld mit Netzen. Im 1. Bauabschnitt kamen 1,69 Mio EUR Städtebauförderungsmittel zum Einsatz.

Großer Beifall brandete auf, als die Strausberger Bürgermeisterin Annette Binder, die Dezernentin des Landkreises Märkisch-Oderland, Christiane Fälker, und der Städtebetreuer der BSG, Dr. Uwe Schieferdecker, feierlich das Band zur Innutzungnahme des 1. Bauabschnittes durchschnitten. Rund 200 Besucher nutzten anlässlich des Tages der Städtebauförderung die Möglichkeit, Fragen zur Gestaltung und zum weiteren Baugeschehen im Kulturpark zu stellen. Der 2. Bauabschnitt ist bereits seit vergangenem Herbst im Bau. Bis zum Sommer 2028 wird der Strausberger Kulturpark insgesamt als hochattraktiver Freizeit- und Erholungsfläche gestaltet sein.

Tag der Städtebauförderung in Rüdersdorf bei Berlin
Plakat zum Tag der Städtebauförderung 2026 in Rüdersdorf bei Berlin
Plakat zum Tag der Städtebauförderung 2026 in Rüdersdorf bei Berlin

In der benachbarten Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin besuchten hunderte Bürger den gemeinsam mit dem Frühlingsmarkt der Gemeinde ausgerichteten Tag der Städtebauförderung auf dem Marktplatz. Die Kommune ist seit 1991 in verschiedenen Programmen der Städtebauförderung vertreten. Aktuell befindet sich das Ortszentrum Rüdersdorf im Programm „Lebendige Zentren“, während das Wohngebiet „Brückenstraße / Friedrich-Engels-Ring“ im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert wird.

Verschiedene Akteure betreuten dieses Jahr den gemeinsamen Stand auf dem Rüdersdorfer Marktplatz: Zu ihnen gehörten die Hobbygärtner des „Interkulturellen Gartens“ ebenso wie das Jugendzentrum Notausgang und natürlich das Bürgerzentrum „Brücke“ selbst. In einer großformatigen Ausstellung wurde die 70jährige Geschichte des Kulturhauses aufgezeigt und ein Ausblick auf die 2026 gestartete Sanierung des Baudenkmals gegeben. Am Stand konnte Iris Jäger von der Museums und Kultur GmbH Rüdersdorf den interessierten Bürgern Fragen beantworten, die ihrerseits viele ihrer Erinnerungen und Erlebnisse in und um das Kulturhaus teilten.

Tag der Städtebauförderung 2026 auf dem Marktplatz der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin
Tag der Städtebauförderung 2026 auf dem Marktplatz der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin

Dr. Uwe Schieferdecker, verantwortlicher Mitarbeiter  der BSG für die Betreuung städtebaulicher Gesamtmaßnahmen in Rüdersdorf bei Berlin, würdigte in seiner Ansprache die erzielten Ergebnisse im Rahmen der Stadterneuerung im Ortskern Hennickendorf und im Ortszentrum Rüdersdorf. Weiter gab er einen Ausblick auf aktuelle Bauvorhaben in der Gemeinde. Auf besonderes Interesse stieß seine Ankündigung, dass sich beim „Tempo-Eck“, einem gründerzeitlichen Wohn- und Geschäftshaus an der Dr.-Külz-Straße, nach jahrzehntelangem Leerstand eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse und eine anschließende Sanierung ankündigt. Gemeinde und BSG planen den Ankauf aus Städtebauförderungsmitteln. In einem anschließenden Interessenbekundungsverfahren soll das Grundstück mit einer Investitionsverpflichtung an einen Investor vergeben werden.