Neues Bahnhofsquartier in Gransee

Städtebauliches Gutachterverfahren „Neues Bahnhofsquartier“ in Gransee

Die Stadtverordnetenversammlung von Gransee hat 2021 Leitlinien für die Entwicklung eines Neuen Bahnhofsquartiers in Gransee beschlossen. Die Lage des geplanten Quartiers südlich der Straße des Friedens eröffnet die Möglichkeit, Wohnbauflächen in fußläufiger Entfernung zum Bahnhof und mit sehr guter verkehrlicher Anbindung zu entwickeln. Mit einem städtebaulichen Gutachterverfahren sollen die Leitlinien konkretisiert und die verbindliche Bauleitplanung für das neue Wohnquartier vorbereitet werden.

Die Stadt Gransee ist im Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) als Mittelzentrum in Funktionsteilung mit der Stadt Zehdenick festgesetzt. Als Mittelzentrum ist es Bestreben der Stadt Gransee, die Funktionen der Daseinsvorsorge aufrecht zu erhalten und auszubauen. Insbesondere die Angebote der sozialen und der Bildungsinfrastruktur sowie die gute Erreichbarkeit spielen eine wichtige Rolle für die Zentrumsfunktion der Stadt und ihre Bedeutung für das ländlich geprägte Umland.

Der LEP HR weist der Stadt Gransee den Status als „Stadt der zweiten Reihe“ zu. Ober- und Mittelzentren im weiteren Metropolenraum, die aus Berlin über Schienenverbindungen in einer Fahrtzeit von bis zu 60 Minuten erreichbar sind, sollen verstärkt in die dynamische Entwicklung der Hauptstadtregion einbezogen werden und gleichzeitig zur Entlastung des Wohnungsmarktes im zunehmend verdichteten Berliner Umland und der Bundeshauptstadt beitragen.

Die gute Erreichbarkeit durch die Lage an der Bundesstraße B 96 und an der Bahnstrecke Berlin-Rostock/Stralsund sowie die Funktion der Stadt als Mittelzentrum sind Grundlage für die Ausweisung von Wohnbauflächen über den lokalen (Eigen-)Bedarf hinaus. Maßgebliche Überlegung ist dabei, die Bereitstellung von Wohnbauland nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern zusätzlich Wohnungsangebote im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung schrittweise unter Berücksichtigung der Anforderungen aus Klimaschutz und Energieeinsparung sowie mit einer besonderen baukulturellen Qualität / lokalen Identität zu entwickeln.

Um die besten städtebaulichen Lösungen für ein modernes, nachhaltiges und innovatives Stadtquartier zu finden, dass sich harmonisch in den Siedlungsbestand einfügt, führt die Stadt Gransee ein städtebauliches Gutachterverfahren durch. Drei Gutachterteams aus Stadtplanern, Architekten und Landschaftsarchitekten erarbeiten konkrete Lösungsvorschläge für die städtebauliche Entwicklung, architektonische Vorentwürfe für den Wohnungsbau und die Gestaltung des öffentlichen und privaten Freiraums. Die beschlossenen Leitlinien der Stadtverordneten bilden dafür die Grundlage und den Rahmen.

Am 11.09.2025 fiel der offizielle Startschuss für das Gutachterverfahren zu Bebauungsvorschlägen für das neue Wohnquartier auf den bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen dem neuen Einzelhandelsstandort an der B96 und der Eisenbahnstrecke Berlin – Gransee – Stralsund. Das durch die Stadt Gransee berufene Fachgremium diskutierte die Aufgabenstellung und das Leistungsspektrum für die Gutachterteams.

Am 24.09.2025 wurden die Unterlagen zur Bearbeitung der städtebaulichen Gutachten an drei Bearbeitungsteams aus Brandenburg und Berlin, jeweils bestehend aus qualifizierten Stadtplanern, Architekten und Landschaftsarchitekten, versendet. Sie werden sich in den kommenden Monaten mit den Potentialen des Grundstücks und dem städtebaulichen Entwurf auseinandersetzen und Vorschläge für die zukünftige Gestaltung des neuen Stadtquartiers unterbreiten.

Die Lösungsvorschläge der Gutachterteams werden schrittweise entwickelt und mit dem Fachgremium aus Sachverständigen und Fachleuten diskutiert. Im Rahmen einer Zwischenpräsentation und des Abschlusskolloquiums  besteht für die Öffentlichkeit die Gelegenheit, sich im laufenden Verfahren zu beteiligen und Hinweise, Anregungen und Wünsche zu äußern und zu Ergebnissen Stellung zu nehmen.

Darüber hinaus sind weitere Termine zur Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen:

  • 18.10.2025 : geführter Rundgang durch das Bahnhofsquartier bis zum Baufeld mit Erläuterungen zur Aufgabenstellung
  • 20.11.2025: Zwischenpräsentation der Gutachterteams
  • 27.11.2025 : Öffentliche Sitzung des ASOV (Ausschuss für Stadtentwicklung, Ordnung und Verkehr) im Ratssaal des Amt Gransee und Gemeinden: Vorstellung der Zwischenergebnisse
  • Februar 2026: Öffentliche Ausstellungseröffnung mit Vorstellung der Städtebaulichen Gutachten

Die BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft unterstützt das Amt Gransee und Gemeinden bzw. die Stadt Gransee bei der Stadterneuerung in der Altstadt und bei verschiedenen weiteren Stadtentwicklungsvorhaben und ist mit der Vorbereitung und Durchführung des Gutachterverfahrens beauftragt.