Das Bündnis für Lebendige Innenstädte führte 2025/2026 zum dritten Mal den brandenburgischen Innenstadtwettbewerb durch. Der Wettbewerb macht gelungene Beispiele für die Förderung lebendiger Innenstädte sichtbar und würdigt das Engagement vieler Akteure, die sich für die Stärkung der Stadt- und Ortszentren einsetzen. Bei der Festveranstaltung im Potsdam Museum wurden 19 eingereichte Wettbewerbsbeiträge mit einem Preisgeld von insgesamt 121.000 Euro ausgezeichnet.
Im Rahmen der Preisverleihung am 6. Mai 2026 übergaben der Staatssekretär Volker-Gerd Westphal (MIL), Seelows Bürgermeister Robert Nitz und Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses für lebendige Innenstädte im Alten Rathaus Potsdam die Preise des Innenstadtwettbewerbs 2025/2026. Das Bündnis wirkt als strategische Plattform für Kommunikation und Austausch. Im Bündnis wirken u.a. das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, die IHKs in Brandenburg, der Städte- und Gemeindebund Brandenburg, der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, der Handelsverband Berlin-Brandenburg sowie die Arbeitsgemeinschaft Städteforum Brandenburg mit.
Der alle zwei Jahre ausgelobte Innenstadtwettbewerb würdigt beispielhafte und innovative Projekte der Innenstadtentwicklung. Eingereicht wurden 80 Beiträge aus 48 Städten und Gemeinden des Landes in den Kategorien „Räume weiterdenken – kreative Nutzungsideen“ und „Lebendige Innenstadt – Aktionen, Kampagnen, Events“. Insgesamt wurden 14 Preisträgerprojekte prämiert und fünf Anerkennungen zuerkannt.
Fünf von der BSG in der Städtebauförderung und Innenstadtentwicklung betreute Kommunen zählten zu den Preisträgern des diesjährigen Innenstadtwettbewerbs. Ausgesprochen überrascht konnte die Bürgermeisterin der Stadt Strausberg, Annette Binder, an ihrem ersten Arbeitstag mit ihrem Team den ersten Preis in der Gruppe der größeren Kommunen entgegennehmen. Das Projekt „Altes Stadthaus Reloaded“ wurde von der Jury im Themenbereich „Räume weiterdenken – kreative Nutzungsideen“ für seinen herausragenden Ansatz einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung ausgezeichnet. Besonders beeindruckte die Jury der partizipative Werkstattprozess mit vielfältigen Pop-up-Formaten, mit denen es in besonderem Maße gelingen würde, ein identitätsstiftendes Baudenkmal in einen offenen, lebendigen Begegnungsraum zu transformieren. Das bereitgestellte Preisgeld von 12.000 EUR für den ersten Preis gibt dem Projekt weiteren Schub. Die BSG unterstützt die Stadt Strausberg seit 1992 in den Programmen der Städtebauförderung, darunter seit 2020 im Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ mit einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme im Sanierungsgebiet „Altstadt“.
Unter den kleineren Kommunen belegte die Havelstadt Zehdenick mit der Geschichtswerkstatt den zweiten Preis. Das Projekt zielt darauf ab, Schaufenster der Innenstadt mit wechselnden Ausstellungen zur Geschichte der Stadt zu beleben. Über Jahrzehnte begleitete die BSG als Sanierungsträger den Prozess der Stadterneuerung in Zehdenick.
Im Themenbereich „Lebendige Innenstadt – Aktionen, Kampagnen, Events“ erhielt die Ofenstadt Velten für das Projekt „Farben der Gemeinschaft“ unter dem Label ‚Junge Innenstadt‘ einen dritten Preis. Das Hedwig-Bollhagen-Gymnasium will mit einer Keramikwand in der Nähe des Marktplatzes Jung und Alt verknüpfen und die Bindung der Bürger an ihre traditionsreiche Stadt stärken. Traditionelle Keramik wird interaktiv mit QR-Codes und Soundbeiträgen in die Gegenwart geführt. Die BSG wirkt für die Stadt Velten seit dem Jahr 2000 in der Innenstadtentwicklung.
Eine Anerkennung sprach das Bündnis Lebendige Innenstädte der Aktion „Stadt.Raum.Bewegung“ der Interessengemeinschaft „Wir für Seelow“ aus. Das Projekt zielt auf eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer in der Seelower Innenstadt durch vielfältige Begegnungs- und Aktionspunkte ab. Dazu gehören neben den Angeboten der Einzelhändler u.a. Straßenschach, Balanceattraktionen oder eine Plauderbank.
Eine weitere Anerkennung zollte das Bündnis der Interessengemeinschaft „Müncheberg Gemeinsam“ für das (Klein)Stadtfest „Kurze Nacht Müncheberg“. Überwiegend ehrenamtlich wollen die Mitstreiter einen Gegenpol zu Leerstand und Vandalismus entwickeln. Verschiedene Partner – von der Feuerwehr über das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, die Willkommensinitiative Müncheberg, der gemischte Chor der Stadt und Jazzmusiker aus Polen ließen die Auftaktveranstaltung am 5. September 2025 zu einem echten Höhepunkt werden.
Die BSG betreut in Seelow und Müncheberg Gesamtmaßnahmen der Städtebauförderung im Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“.
Wir gratulieren alle prämierten Städten und Gemeinden und freuen uns über weitere Initiativen zur Förderung lebendige Innenstädte.
