Übergabe EFRE Förderbescheid für das Kulturhaus Seelow

Fördermittel für das Kulturhaus Seelow

Seit 2020 befindet sich das denkmalgeschützte Kulturhaus „Erich Weinert“ in der Verantwortung der Kreisstadt Seelow. Zuvor war es durch den Landkreis Märkisch-Oderland bewirtschaftet und verwaltet worden. Um die betrieblichen und funktionalen Anforderungen auch zukünftig erfüllen zu können, sind erhebliche Investitionen zur Modernierung und Instandsetzung des Kulturhauses erforderlich. Im Rahmen der Gesamtmaßnahme „Aktives Stadtzentrum Seelow“ der Städtebauförderung wurde die denkmalgerechte Sanierung vorbereitet. Minister Detlef Tabbert überreichte einen Zuwendungsbescheid aus europäischen Fördermitteln.

Infrastrukturminister übergibt den Förderbescheid über 3,97 Mio EUR an Kreisstadt Seelow für die Sanierung des Kulturhauses
Übergabe EFRE Förderbescheid für das Kulturhaus Seelow
Übergabe EFRE Förderbescheid für das Kulturhaus Seelow

Beste Stimmung in Seelow: Am 11. August 2025 übergab der brandenburgische Infrastrukturminister Detlef Tabbert einen symbolischen Scheck über 3,973 Mio EUR an den Bürgermeister Robert Nitz für die anstehende Sanierung des denkmalgeschützten Kulturhauses im Herzen der Kreisstadt. Die Fördermittel setzen sich zusammen aus rund 2,75 Mio EUR aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und etwa 1,2 Mio EUR aus dem neuen Stadtentwicklungsfonds. Bei letzterem handelt es sich gleichfalls um EU-Mittel.

In seiner Ansprache vor dem Infrastrukturminister würdigte Robert Nitz den Beitrag des Landes Brandenburg bei der erfolgreichen Entwicklung von Seelow. Schwerpunktvorhaben sind die Vorbereitung des Wohngebietes Seelow-Süd im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ und die Aufwertung des Stadtzentrums im Programm „Lebendige Zentren“ der Städtebauförderung.

Übergabe EFRE Förderbescheid für das Kulturhaus Seelow
Rundgang um das Kulturhaus Seelow

Im Stadtzentrum befindet sich auch das städtische Kulturhaus, welches im Januar 2020 vom Landkreis Märkisch-Oderland in die Hände der Kommune überging. In den kommenden beiden Jahren sollen im Einklang mit den Vorgaben der Denkmalpflege umfängliche Arbeiten zur energetischen Sanierung von Dach und Fassaden, der Herstellung der Barrierefreiheit und der Trockenlegung umgesetzt werden. Auch das Parkett und die Sanitäranlagen werden mordernisiert. Ein weiterer Baustein ist die Sanierung der Trafostation, ein Vorhaben für den Bevölkerungsschutz im Katastrophenfall: Dort werden in Zukunft ein Notstromaggregat und weitere Ausrüstungen untergebracht.

400 Veranstaltungen pro Jahr – Fertigstellung zur 775-Jahr-Feier

Für die Mitarbeiter in der Bauabteilung der Stadt Seelow um Bauamtsleiter Jörg Krüger wird es eine Herkulesaufgabe, das Maßnahmenvolumen von rund 4,6 Mio EUR bis Sommer 2027 fachgerecht zu bewältigen. Die Wiedereröffnung des Kulturhauses soll zum Stadtfest anlässlich der 775-Jahr-Feier von Seelow und dem 5. Oderbruchtag erfolgen. Die Seelower nutzen „ihr“ Kulturhaus schon heute sehr intensiv. 400 Veranstaltungen im Jahr werden von zwei hauptamtlichen Mitarbeitern der Stadtverwaltung Seelow gemanagt.

In seiner Ansprache vor dem Landrat Gernot Schmidt, anwesenden Landtagsabgeordneten, dem Bürgermeister und weiteren Vertretern der Stadt sowie der BSG unterstrich Minister Tabbert das Anliegen seines Hauses, zentrale Orte zu stärken. Er würdigte das Kulturhaus als ein bedeutendes Zeugnis des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, zumal ähnliche Bauwerke andernorts nach der Wende verloren gegangen wären. “Das Geld ist hier gut angelegt!“.

Zeugnis der regionalen Baugeschichte und des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg

Binnen drei Jahren entstand das damalige Kreiskulturhaus Seelow in zentraler Lage nach Entwürfen von Hans-Jürgen Kluge. Im April 1945 wurde die Stadt Seelow im Zuge der Schlacht auf den Seelower Höhen – der größten Schlacht des 20. Jahrhunderts auf deutschem Boden – weitgehend zerstört. Das während der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg im klassizistischen Stil errichtete Gebäude wurde 1957 eingeweiht. Bei dem Kulturhaus handelt sich um ein repräsentatives Beispiel für die nach sowjetischem Vorbild gestalteten Kulturhäuser in der DDR.

Das heutige Baudenkmal weist noch eine gut erhaltene Originalausstattung auf. Das Ensemble steht seit 1982 mit der ehemaligen Trafostation, der Park- und Freianlage sowie der Grundschule unter Denkmalschutz. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren bereits weitere markante Bauwerke dieser Ära, wie die gleichfalls denkmalgeschützten Gebäude des Kaufhauses und der Grundschule Seelow, saniert.

Apropos Schule: Die Kommune plant derzeit zwei Investitionen im Bereich der Grundschule und der Oberschule Seelow mit einem Volumen von 15 Millionen EUR. Minister Tabbert versprach dem Bürgermeister Nitz, sich bei seinem Amtskollegen im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport für eine finanzielle Beteiligung des Landes Brandenburg an den Baumaßnahmen einzusetzen.

BSG begleitet Seelower Stadtentwicklung als Programmbeauftragte
Übergabe EFRE Förderbescheid für das Kulturhaus Seelow
Ansprache von Bürgermeister Robert Nitz im Kulturhaus Seelow

Die BSG begleitet die Stadt Seelow seit 2011 in den verschiedenen Programmen der Städtebauförderung wie „Kleinere Städte und überörtliche Zusammenarbeit“ (2011-2023), „Aktive Stadtzentren“ (2015-2023) und „Lebendige Zentren“ (seit 2020) sowie „Stadtumbau“ (2018-2023) bzw. „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ (seit 2020). Gemeinsam mit der Region Oderland streben die Stadt Seelow und die BSG eine Aufnahme der Kooperation der Ämter Seelow-Land, Golzow und Lebus, der Gemeinde Letschin und der Kreisstadt Seelow als Leitkommune als „Interkommunale Kooperation“ für 2026 als neue Gebietskulisse der Städtebauförderung an. In seiner Ansprache vor dem Minister Tabbert würdigte der Bürgermeister Robert Nitz die Unterstützung und gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Seelow und der BSG.

Über die Übergabe des Zuwendungsbescheids informierte der Rundfunk Berlin-Brandenburg in einem Beitrag. Auch die Märkische Oderzeitung informierte ausführlich.