Am 30. Mai 2026 veranstaltete die Stadtverwaltung Seelow anlässlich des Tages der Städtebauförderung ein großes Mit-Mach-Event für Bürgerinnen und Bürger. Gegenstand des kreativen Beteiligungsprozesses waren Gestaltungsideen für einen Stadtplatz im neuen Wohnquartier Seelow Süd, dass auf ehemals gewerblich genutzten Brachflächen nahe des Stadtzentrums der Kreisstadt entstehen wird. Im Rahmen einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme in den Programmen „Stadtumbau“ bzw. „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ wird das Gelände für den Wohnungsbau vorbereitet.
Üblicherweise findet der offizielle bundesweite Aktionstag zur Städtebauförderung immer am zweiten Sonnabend im Mai statt. Auch 2026 beteiligten sind über 600 Kommunen am 09. Mai mit vielfältigen Aktionenam Tag der Städtebauförderung. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten und die Ergebisse der durch Städtebauförderungsprogramme des Bundes und der Länder unterstützten Stadtentwicklungsprozesse näherzubringen.
Im Fokus der Städtebauförderung stehen der Abbau städtebaulicher Missstände sowie die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Städte und Gemeinden. Aktuell fördert das Land Brandenburg 36 Kommunen des Landes für eine zukunftsgerechte Entwicklung in wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Bereichen. Die drei zentralen Programme sind „Lebendige Zentren“, „Sozialer Zusammenhalt“ sowie „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“.
Die Kreistadt des Landkreises Märkisch-Oderland geht eigene Wege. 2025 wurde der Tag der Städtebauförderung mit der Einweihung der modernisierten Sportstätte Sparkassen-Arena und einem regulären Meisterschaftsspiel des SV Viktoria Seelow verbunden. 2026 stand die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung des Neuen Stadtviertels in Seelow Süd im Mittelpunkt.
Seelow-Süd: Ein neues Stadtviertel entsteht
Seelow wird seit vielen Jahren durch die Städtebauförderung unterstützt und konnte dadurch zahlreiche Stadtentwicklungsprojekte realisieren. Eines der aktuellen Vorhaben im Rahmen des Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ ist die Entwicklung des neuen Stadtteils Seelow-Süd. Hier enstehen neue Wohnungen, sowohl Einfamilienhäuser als auch preisgebundene Mietwohnungen. Die barrierefreien Mehrfamilienhäuser werden durch die kommunale Seelower Wohnungsbaugesellschaft (Sewoba) in Modulbauweise errichtet. Insgesamt werden im ersten Abschnitt 120 moderne Mietwohnungen gebaut. Auch die AWO prüft aktuell neue Wohnprojekte in Seelow-Süd. Die Stadt sorgt für ein ansprechendes Wohnumfeld sowie die Integration in das gewachsene Siedlungsgebiet der Stadt. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht ein auf kurzem Wege erreichbarer, moderner Vollsortiment Supermarkt.
Bürgerbeteiligung und lebhafte Diskussionen
Unter dem Motto „Vorstellung und Forum: Gesprächsrunden mit den Bürgern zum neuen Wohngebiet Seelow-Süd“ luden die Verantwortlichen am 30. Mai 2026 zur Information und zum Austausch ein. Schon vor dem offiziellen Beginn um 10 Uhr verschafften sich die ersten neugierigen Einwohnerinnen und Einwohner einen Überblick über das Baugelände. Neben dem Rohbau des neuen Edeka-Centers waren eine Beteiligungswerkstatt, Informationsstände der Sewoba, der Familie Hübner (Betreiber des zukünftigen Edeka) und weiterer Akteure aufgebaut. Die Freiwillige Feuerwehr sorgte mit Bratwürsten vom Grill und Getränken für das leibliche Wohl.
Bürgermeister Robert Nitz begrüßte die Anwesenden, darunter auch den Staatssekretär Volker-Gerd Westphal vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Robert Nitz bedankte sich beim Land Brandenburg für die kurzfristige Bereitstellung zusätzlicher Fördermittel. Die Besucherinnen und Besucher würdigten die erweiterte Zuwendung zur Abfederung von Kostensteigerungen mit großem Beifall. Zudem lobte Robert Nitz die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Verwaltungsstellen des Landes. Staatssekretär Westphal würdigte das Engagement und die Aktivitäten der Stadt Seelow und betonte in einer kurzen Ansprache das besonders wirksame Zusammenspiel von Politik und Verwaltung bei der Verbesserung der Lebensqualität in der Kreisstadt.
Stadtspaziergang und bürgerschaftliches Engagement
Im Anschluss führte Bauamtsleiter Jörg Krüger gemeinsam mit Dr. Uwe Schieferdecker von der BSG und mit Vertretern des Büros Stadt-Mensch-Berlin über das Baustellenareal. Das Büro begleitete den Tag mit der Beteiligungswerkstatt: Auf einem großen Plan, der auf einem Bollerwagen befestigt war, konnten die Besucherinnen und Besucher ihre Wünsche und Ideen für das neue Stadtquartier direkt während der Führung einbringen. Mit kleinen Fähnchen markierten sie die Wünsche für den Spielplatz, einen grünen Stadtplatz und das naturnah gestaltete Regenrückhaltebecken.
Die zahlreichen Anregungen der Bürgerinnen und Bürger zeigten, wie lebendig das Interesse an der Gestaltung des neuen Stadtteils ist. Besonders häufig wurden folgende Punkte genannt:
- Schatten und klimagerechte Begrünung: Angesichts der zu erwartenden wärmeren Temperaturen wünschten sich viele Besucherinnen und Besucher hitzetolerante Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen.
- Sitzgelegenheiten: Im gesamten Gebiet sollten ausreichend Bänke und Aufenthaltsflächen entstehen, um den Aufenthalt im Freien attraktiv zu gestalten.
- Wasserspielplatz: Für den geplanten Stadtplatz wurde der Wunsch nach einem Wasserspiel geäußert, das besonders für Kinder an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung bietet.
- Sicherheit und Generationengerechtigkeit: Beim Spielplatz stand die Sicherheit im Mittelpunkt , etwa durch eine Umzäunung. Gleichzeitig sollte der Platz auch für ältere Kinder und Jugendliche attraktiv sein, etwa durch eine Tischtennisplatte, die ein gemeinsames Spiel von Jung und Alt ermöglicht.


Auch die jüngsten Seelowerinnen und Seelower waren aktiv: An einem kreativen Mitmachstand konnten sie ihren Traumspielplatz malen und basteln. Die Ergebnisse waren so vielfältig wie die Fantasie der Kinder, von einer Giraffe als Rutsche über zahlreiche Schaukeln bis hin zu Kletterwänden.
Weitere Planung und Umsetzung
Die Ergebnisse aus der Beteiligungswerkstatt werden im Weiteren in die Vor- und Entwurfsplanung für die Gesatltung des neuen Stadtplatzes und des öffentlichen Raums insgesamt einfließen. Viele Details seien aktuell noch zu gestalten, betonten die Verantwortlichen. Wer in Seelow-Süd wohnen möchte, sollte schnell handeln: Der Verkauf von Grundstücken hat begonnen, und es liegen bereits 150 Interessensbekundungen für Sewoba-Wohnungen vor. Besonders gefällt den Interessierten, dass die Wohnungen barrierefreie sind und über Fahrstühle verfügen. Niedrige Heizkosten durch eigene Luftwärmepumpen sowie autofreie Innenbereiche mit ausreichend Grünflächen machen die Wohnanlagen zusätzlich interessant.




