Betriebsausflug nach Wittenberg 2025

Betriebsausflug nach Lutherstadt Wittenberg

Der diesjährige Betriebsausflug führte die Belegschaft der BSG nach Sachsen-Anhalt in die Lutherstadt Wittenberg. Die Altstadt von Wittenberg war zwischen 1992 und 2021 förmlich als Sanierungsgebiet festgelegt. Im Rahmen des Betriebsausflugs erhielten wir eine fachkundige Führung durch die frühere Residenzstadt mit Besichtigung der herausragenden stadt- und baugeschichtlichen Zeugnisse. Nach einem zünftigen Mittagessen im Brauhaus stand unter anderem die Besichtigung des Panometers zur Reformation und zum Abschluss ein Orgelkonzert in der Stadtkirche auf dem Programm.

Die Lutherstadt Wittenberg mit heute rund 45.000 Einwohnern stieg infolge ihrer zentralen Lage in Mitteleuropa an der Nord-Süd-Handelsroute Via Imperii zu einem wichtigen Standort unter anderem für Industrie, Handwerk, Handel und Tourismus auf. Herausragende Bedeutung erlangte Wittenberg als eines der wichtigsten deutschen Zentren politischer, religiöser und künstlerischer Entwicklungen im ausgehenden Mittelalter. Bauhistorische Zeugnisse dieser Zeit sind u.a. die Stadtkirche St. Marien, die Schlosskirche, das Lutherhaus und das Melanchthonhaus. Seit 1996 steht das Ensemble als Teil des UNESCO-Welterbes unter Schutz.

Die Altstadt mit den baugeschichtlich wertvollen Gebäuden war Gegenstand einer Stadtführung mit dem ehemaligen Baubürgermeister Jochen Kirchner und dem Teamleiter Stadterneuerung Martin Stein von der SALEG Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH. Die Stadtführung begann am Lutherhaus und führte über die Collegienstraße vorbei am Melanchthonhaus zum Wittenberger Marktplatz. Gegenüber dem historischen Rathaus befindet sich das Stadtlabor, ein Raum für Ideen zur Stadtentwicklung und für bürgerschaftliches Engagement.

Über die Schlossstraße erreichten wir das beeindruckende Ensemble des Schlosses Wittenberg mit der berühmten Schlosskirche, an deren Pforte Martin Luther seine berühmten Thesen angeschlagen hatte.  Schloss Wittenberg war die Residenz der sächsischen Kurfürsten und bei der Fertigstellung 1525 eines der prächtigsten Schlösser der frühen Renaissance in Deutschland. Heute zeigt das Bauwerk seine im Laufe der Zeit veränderte Bedeutung und Nutzung. Die Ergebnisse der Sanierung von 2013 bis 2018 sind beeindruckend. Das Ensemble mit Alt- und Neubauten beherbergt museale Funktionen und verbindet eine Forschungsbibliothek zur Reformationsgeschichte mit einer Ausbildungsstätte der Evangelischen Kirche Deutschlands.

Dank der Führung durch den Kustos Jörg Bielig konnten wir auch Teile des Schlossensembles besichtigen, die Besuchern im Allgemeinen verborgen bleiben. Besonders beeindruckten die Ergänzungen des historischen Baubestandes des Schlosses für das Predigerseminar. Die Qualität des Umbaus, der Erweiterung und der Sanierung des Schlosses Wittenberg drückt sich in der Auszeichnung des Projektes des Berliner Architekturbüros Bruno, Fioretti und Marquez mit dem Deutschen Architekturpreis 2019 aus, der bedeutendsten Auszeichnung für Architekten in Deutschland.

Betriebsausflug nach Wittenberg
Betriebsausflug nach Wittenberg 2025

Mit dem Spaziergang zum Arsenalplatz endete unsere Stadtführung durch Jochen Kirchner und Martin Stein. Am Marktplatz verabschiedeten wir die überaus fachkundigen Begleiter mit großem Applaus und einer Einladung nach Potsdam.

Nach der Mittagspause im Brauhaus zu Wittenberg besuchten wir das Panometer Luther 1517, ein von Yadegar Asisi geschaffenes 360 Grad Panorama über die Reformationsgeschichte in Wittenberg. Der erfüllte Tag klang mit einem Besuch des Orgelkonzerts zum Wochenende eines schwedischen Organisten in der Stadtkirche Wittenberg aus. Mit dem Regionalexpress ging es anschließend zurück ins Brandenburgische.

Die Lutherstadt Wittenberg präsentierte sich als überaus sympathische Gastgeberin mit spannender Stadt- und beeindruckender Baugeschichte sowie umfassendem Sanierungserfolg. Besonderer Dank gilt den Herren Kirchner, Stein und Bielig für die engagierte und kenntnisreiche Führung und unseren Kolleginnen Kathrin Stein, Daniela Deutscher und Uwe Schieferdecker für die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung.