Für das Quartiersmanagement des Wohngebiets Brückenstraße/Friedrich-Engels-Ring in Rüdersdorf bei Berlin hat die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Tradition und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort. Seit mehreren Jahren kooperieren das Quartiersmanagement und das Heinitz-Gymnasium Rüdersdorf. Gemeinsam mit den Lehrkräften der vier Geografiekurse der 11. Klassen wurde ein Projekt entwickelt, das als bewertete Leistung in den Unterricht integriert ist.
Zu Beginn des ersten Schulhalbjahres 2025/26 erhielten die Schülerinnen und Schüler eine fundierte Einführung in die Kartierung von städtebaulichen Untersuchungsgebieten durch Kolleginnen der BSG, Steffi Bombach und Dr. Uwe Schieferdecker. Dabei wurden auch die Grundlagen der Stadtentwicklung und der Städtebauförderung im Allgemeinen sowie speziell in der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin vermittelt.
Aufbauend auf den Erfahrungen des Quartiersmanagements Brückenstraße mit Schulprojekten vergangener Jahre beschäftigte sich die Schülerschaft in diesem Halbjahr mit der Erhebung der Daseinsvorsorge im Ortszentrum. Ziel war es, Entwicklungsideen für den ehemaligen Kolonistenfriedhof zu erarbeiten. Dabei waren zunächst Defizite zu erkennen und zu bennen. Anschließend wurden Potenziale analysiert und Ideen für Zukunftsperspektiven aufgezeigt.
Ein besonderes Augenmerk lag darauf, bestehende Grünräume einschließlich bedeutender Bäume sowie historische Zeugnisse der Ortsgeschichte in die Planung einzubeziehen. Ebenso sollten Stadtmöbel und Beschilderungen mitgedacht werden. Zur Imageverbesserung und zur Stärkung der Identifikation der Bewohnerschaft mit der Gemeinde und dieser besonderen Fläche galt es zudem, einen neuen, identitätsstiftenden Namen zu finden.
Nach einer umfassenden Gebietsbegehung des gesamten Ortszentrums, die in verschiedenen Gruppen durchgeführt wurde, präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre ersten Ergebnisse der Bestandsaufnahme innerhalb der Klassenverbände. Ideen reiften weiter und wurden schließlich auf ganz unterschiedliche, kreative Weise vorgestellt.

Die Ergebnisse der Schulprojekte zeigten eine deutliche Tendenz: Erholung war das zentrale Stichwort. Vorgeschlagen wurden vielfältige Parkkonzepte für alle Generationen mit unterschiedlichen Spiel- und Freizeitangeboten. Dabei wurde stets respektvoll mit der Geschichte des Ortes umgegangen – historische Grabstätten sollen erhalten bleiben und durch Informationstafeln ergänzt werden. Während einige Gruppen minimalistische und realistisch umsetzbare Konzepte entwickelten, wagten andere Schülerteams den Schritt hin zu fantasievollen Utopien.
Auch bei der Namensgebung bewiesen die Schülerinnen und Schüler große Kreativität. Vorschläge wie Kalksteiner-Aktiv-Zentrum, Morgensternpark, Glück-Auf-Park, Hundewald, Gedenkpark oder Park der Kolonisten waren nur einige der zahlreichen Ideen.
Die Kreativität und Begeisterung, mit der die Schülerinnen und Schüler sich der Aufgabe widmeten, war beeindruckend. Vielfalt, Bereitschaft und der Qualität der Ergebnisse sprechen für eine starke Identifikation mit ihrem Heimatort und dem unmittelbaren Lebensumfeld. Wir bedanken und bei den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement und bei den Lehrkräften des Heinitz-Gymnasiums und allen weiteren Mitwirkenden für ihre Unterstützung.
