Museum Angermünde hat geöffnet

Museum Angermünde öffnet erstmals für Gäste

Im „Haus Uckermark“ öffnet mit dem Museum der Stadt Angermünde ein kultureller Leuchtturm für die Stadt und den Landkreis. Das Traditionshaus am Marktplatz wurde in den vergangenen Jahren umfassend saniert und durch einen Neubau ergänzt. Coronabedingt musste die feierliche Eröffnung des Museums im Haus Uckermark im Oktober 2020 abgesagt werden. Nun steht das Denkmalensemble, in dem sich auch die Touristeninformation befindet, nach Terminvereinbarung für Einheimische und Gäste offen.

Die beiden historischen Fachwerkgebäude am Hohen Steinweg mit den Hausnummern 17 und 18 direkt am Marktplatz gehören zu den wichtigen baugeschichtlichen Zeugnissen des späten 17. Jahrhunderts der Stadt Angermünde. Vermutlich um 1692 bis 1695 anstelle älterer Häuser errichtet, wurden die Gebäude auf der Westseite des Marktplatzes Ende des 19. Jahrhunderts als Hotel und Gasthaus zusammengefasst. Bemerkenswert sind in beiden Gebäuden die erhaltenen Kehlbalkendächer.

Schon vor der Zusammenlegung bestanden am Hohen Steinweg 17/18 Braurecht und eine Gastwirtschaft namens „Goldener Adler“ sowie das Hotel „Reichshalle“. Später kamen Saalanbauten und ab 1911 das erste Kino in Angermünde mit mehr als 350 Plätzen hinzu. Nach 1949 wurde das Gebäude-Ensemble als „Haus Uckermark“ geführt und  spielte eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Der große Saal wurde später zur Turnhalle umgenutzt. Nach 1990 standen beide Häuser leer und waren zunehmend dem Verfall preisgegeben.

Haus Uckermark vor der Sanierung
Haus Uckermark vor der Sanierung

2010 erwarb die Stadt Angermünde die Gebäude, um den Verfall aufzuhalten und eine neue Nutzung zu initiieren. In den Folgejahren fassten die Stadtverordneten den Beschluss, das auf mehrere Standorte verteilte „Ehm Welk- und Heimatmuseum“ und die Touristeninformation des Tourismusvereins Angermünde im Haus Uckermark anzusiedeln. Ab sofort steht das Haus Uckermark Gästen nach Voranmeldung offen.

Im Verlauf der Planung und der Bauarbeiten an den zu sanierenden Gebäuden sowie dem ergänzenden Neubau ergaben sich für Architekten, Ingenieure und Bauhandwerker zahlreiche Herausforderungen. Statische Rahmenbedingungen der alten Fachwerkkonstruktion, Hausschwamm, verdeckte Mängel und  sowie umfangreiche archäologische Befunde und die Integration eines modernen Museums mit allen Anforderungen an ein nutzerfreundliches, öffentliches Gebäude einschließlich moderner Haustechnik waren zu bewältigen. Vielfältige Anforderungen an einen zeitgemäßen und attraktiven Museumsbetrieb konnten Dank der Verbindung von Alt- und Neubau erfüllt werden: eine moderne Ausstellung, Räume für Sonderausstellungen, Möglichkeiten für die museumspädagogische Arbeit, ein Depot für die Sammlung, eine Bibliothek für Forschungen sowie ein Veranstaltungsraum. Das sanierte Haus Uckermark gegenüber dem Rathaus ist ein Blickfang und wird zur Belebung der historischen Altstadt von Angermünde beitragen. Ab sofort können Termine zum Besuch des Museums vereinbart werden.

Als Sanierungsbeauftragte der Stadt Angermünde begleitete die BSG die Stadtverwaltung bei der Vorbereitung und Vergabe der Planungsleistungen für das Haus Uckermark sowie bei der baufachlichen Prüfung im Rahmen der Städtebauförderung. Darüber hinaus unterstützte die BSG bei der Projektsteuerung. Die Gesamtkosten für die Sanierung und ergänzenden Neubau betrugen rund 4,7 Mio. Euro und wurden mit Städtebauförderungförderungsmitteln des Bundes und des Landes Brandenburg über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz bzw. Lebendige Zentren sowie mit einem erheblichen Eigenanteil der Stadt Angermünde finanziert. Das Projekt wurde durch das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung kürzlich als besonderes Beispiel für den Denkmalschutz im Land Brandenburg gewürdigt.